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Wie queer ist divers? Anmerkungen zum neuen Personenstandsgesetz

Queere Konfliktkulturen stoßen sich unweigerlich auch an der Zwei-Geschlechter-Ordnung. Doch was dies bedeutet, gilt es jetzt neu zu überlegen. Denn diese hat ihre Form verändert, seit ins deutsche Personenstandsgesetz im Dezember 2018 eine dritte Geschlechtsoption eingeführt wurde (PStG §45b). Langjährige Kämpfe der Inter*-Bewegungen, queerer Aktivismus und ein bahnbrechender Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (1 BvR 2019/16) haben die Voraussetzungen der genannten Gesetzesreform geschaffen. Mittlerweile steht im Geburtenregister neben den traditionellen Optionen „weiblich“ und „männlich“ auch der Verzicht auf einen Geschlechtseintrag sowie die Möglichkeit „divers” zur Verfügung.

Wig Piece (I WANT), Pauline Boudry / Renate Lorenz, 2015, photographer: Annik Wetter

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07.08.2019—10:09 h—Wie queer ist divers? Anmerkungen zum neuen Personenstandsgesetz

KLIRRRRR festival 2019 – Auftaktforum

Ins Gespräch kommen

Das KLIRRRRR festival beginnt mit einer Versammlung. Es wird ein Raum geschaffen, um Fragen und Konflikte zu formulieren, die wir in dieses Festival tragen: Aus unserem Alltag, dem Kümmern um andere und uns selbst, in unseren Beziehungen und Verbindungen mit anderen. Zu Beginn des ersten Festivaltages hat das KLIRRRRRKollektiv Zettel mit ersten Fragen verteilt, um darüber ins Gespräch zu kommen und sich in der Streitbauten-Architektur zu versammeln. Weitere Fragen formulierten die Anwesenden, dabei waren die Rücken der Nachbar*in die Schreibunterlage. Die Zettel mit den Fragen wurden an den Seilen der Streitbauten aufgehängt und können den ganzen Nachmittag Anstoß für Gespräche geben. Das klingt zum Beispiel so:

Kann ich / Kannst Du die Konflikte, die dir / mir beim Aufstehen everyday auf der Seele brennen, hier verhandeln oder mache ich mir / dir etwas vor?

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26.05.2019—17:09 h—KLIRRRRR festival 2019

Femme Fitness: ‘Sexy Dancing’, Agency and Femme Empowerment

ENGLISH (DEUTSCH UNTEN)

Femme Fitness
‘Sexy Dancing’, Agency and Femme Empowerment
/ NAILS hacks*facts*fictions

Place: St Georg
Date: 3 May 2019
Time: 17:00- 20:00 h

Workshop for 15-20 participants. No fee, no prior knowledge needed, languages English and German. Please register at liane.aviram@yahoo.com.

In this workshop we plan to make a space to empower ourselves through dance and conversations. It will last 3 hours in the club St Georg and prioritize femmes, queers and people of color and their experiences. Dancers and activists will open discussions around the idea of ‘sexiness’ in relation to empowerment, sexualities and dance h(is)tories. As a group we will explore creative solutions to reclaim sexiness, to understand it in different contexts and what it means to us as individuals. Alongside engaging conversations we will have exercises and activities lead by the collaborators.

Collaborators: Anisha Müller, Liane Aviram, Maque Pereyra, Marga Alfa, Cherub Henry, DragoXie, Louisa Burow, Laura Lulika / NAILS hacks*facts*fictions

Femme Fitness / NAILS hacks*facts*fictions takes place in the frame of Caring for Conflict, an intersectional arts and education project initiated by District Berlin and Institute for Queer Theory, funded by Projektfonds Kulturelle Bildung.

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29.04.2019—13:10 h—Femme Fitness: ‘Sexy Dancing’, Agency and Femme Empowerment

Geschützte Räume als Konflikträume

Vielerorts gibt es den Anspruch, ‚geschützte Räume’ zu schaffen. Sie sollen die Auswirkungen von Machtdifferenzen sowie strukturelle und biographische Gewalterfahrungen abfedern. Anliegen ist es, dass für alle, die sich dort aufhalten, Möglichkeiten entstehen, diese Räume nicht nur angstfrei zu nutzen, sondern sie mutig zu gestalten. Dennoch sind es keine einförmigen, homogenen Räumen. Differenzen bringen Hierarchien und Machtdynamiken mit sich. Was bedeutet es, geschützte Räume aufrecht zu erhalten, wenn es schwierig und konfliktreich wird? Wie wird mit Konflikten in geschützten Räumen umgegangen?

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03.04.2019—17:05 h—Geschützte Räume als Konflikträume

Gemeinsame Räume öffnen – hörende Ignoranz überwinden

Lisa Scheibner war als hörende Besucherin bei der Veranstaltung „Tauber Stressfaktor: Hörende Ignoranz“ und schildert ihre Eindrücke.

Audismus, also die Diskriminierung Tauber Menschen durch die Hörenden, ist alltäglicher Stress für Mitglieder der Tauben Community. Da wir Hörenden es uns als gesellschaftliche Mehrheit bisher offenbar leisten können, die Bedürfnisse Tauber Menschen zu ignorieren, wissen die meisten von uns noch nicht einmal: genau das ist auch Audismus.

Das war bei mir selbst auch bis vor kurzem der Fall und ich bin an diesem Abend im Oktober wohl das erste Mal in einem Raum, wo ich als Hörende zu einer Minderheit gehöre. Zum Glück wird nicht nur das gesamte Bühnenprogramm, das in Deutscher Gebärdensprache (DGS) stattfindet, in Lautsprache verdolmetscht, sondern auch für informelle Gespräche danach gibt es einen Kommunikationsassistenten, damit es leichter wird, miteinander in Kontakt zu kommen.

Die Veranstaltung, die im Rahmen des Projektes Caring for Conflict stattfindet, hat zwei Schwerpunkte: der Konflikt mit den Hörenden und Konfliktthemen innerhalb der Tauben Community.

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20.01.2019—21:50 h—Gemeinsame Räume öffnen – hörende Ignoranz überwinden

Hörende Privilegien hinterfragen. Hörende Ignoranz kontern.

Ein Interview zur Veranstaltung „Tauber Stressfaktor“

Es war ein sehr bewegter und bewegender Abend: Silvia Gegenfurtner, Simone Lönne, Xenia Dürr und Melanie Loy haben im Oktober 2018 im aquarium (Berlin-Kreuzberg) eine Veranstaltung zum Thema Audismus gemacht. Audismus bezeichnet die jahrhundertelange Diskriminierung Tauber Menschen. Hören und Sprechen gelten als selbstverständlich. Die Veranstaltung hatte den Titel „Tauber Stressfaktor: Hörende Ignoranz“. Auch in queeren Kontexten leben Taube Menschen. Aber auch diese sind nicht frei von Audismus und hörender Ignoranz. Antke Engel (ae) vom Institut für Queer Theory, das zu dieser Veranstaltung eingeladen hat, im Austausch mit Silvia (SG), Simone (SL) und Xenia (XD):

Foto: Xenia Dürr. Eine Ausstellung und online Präsentation sind in Planung. Wir halten euch auf dem Laufenden.

ae: Warum habt ihr diesen Titel für Eure Veranstaltung gewählt?

SL: Silvia und ich machten ein Brainstorming, was als Titel passend wäre. Uns fielen viele mögliche Titel ein. Von derb bis sachlich. Wir besprachen mögliche Titel mit Hörenden aus unserem Team, mit dem Wunsch, mit dem Titel Hörende zur Veranstaltung einzuladen, ohne sie gleich zu schocken bzw. zu provozieren. Abschließend einigten wir uns auf den Titel, der unsere Philosophie für diese Veranstaltung „Tauber Stressfaktor: Hörende Ignoranz“ genau widerspiegelt.

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08.01.2019—19:26 h—Hörende Privilegien hinterfragen. Hörende Ignoranz kontern.

Tauber Stressfaktor: Hörende Ignoranz

Bei der Veranstaltung dreht sich alles um Audismus.

Audismus bezeichnet die jahrhundertelange Diskriminierung Tauber Menschen. Hören und Sprechen gelten als selbstverständlich. Taube Menschen werden als defekt und die Gebärdensprache als minderwertig angesehen. Sind Hörende so selbstbezogen, dass Audismus noch nicht einmal zum Konflikt wird? Welchen Bezug hat die Taube Community zu Queer-Feminismus? Und zu Rassismus?

Wir machen Ausflüge in Konfliktkulturen in und außerhalb der Tauben Community. Dabei reflektieren wir auch das KLIRRRRR-Festival und das Projekt Caring for Conflict.

Datum: Samstag, den 27. Oktober 2018
Uhrzeit: 18 bis 22 Uhr, Programm ab 19 Uhr
Wo: aquarium (Südblock), Skalitzer Str. 6, Berlin-Kreuzberg
Wir: Xenia Dürr, Silvia Gegenfurtner, Simone Lönne, Melanie Loy.

In Deutscher Gebärdensprache mit Übersetzung in deutsche Lautsprache.


Silvia Gegenfurtner arbeitet als Sozialarbeiterin im Kinder- und Jugendclub der Sinneswandel gGmbH. Der Jugendclub ist offen für alle Menschen von 6-27 Jahren, die gebärden können. Außerdem gibt Silvia Sensibilisierungsworkshops rund um Audismus und unterrichtet Deaf History.

Simone Lönne: „Zu Beginn meiner Comedy-Zeit als Rosana habe ich einige Projekte wie Shut up and Sign_Speak ausprobieren dürfen. Ich mag die Bühnenwelt und erfreue mich daran, mich selbst auszuprobieren. Mir gefällt das Erzählen sehr, Rollenspiele finde ich klasse und das Mitwirken für eine Veranstaltung zum Thema Audismus ist eine spannende Aufgabe, eine Balance zwischen Kunst und das Leben mit dem Audismus zu veranschaulichen.“

Melanie Loy ist gebärdensprachig und arbeitet in der Lehre für Deutsche Gebärdensprache und Deaf Studies an der Hochschule. Privat engagiert sie sich ehrenamtlich in verschiedenen kulturellen Projekten für junge taube Menschen.

Xenia Dürr arbeitet als Gebärdensprachpädagogin in unterschiedlichen Institutionen und nebenbei als Fotografin. Sie gibt auch Sensibilisierungsworkshops zum Thema Gehörlose Kultur und Gebärdensprache, und wirkt bei unterschiedlichen Projekten mit.


Die DGS-Verdolmetschung und weitere Maßnahmen zur Barrierearmut des KLIRRRRR festivals queerer Konfliktkulturen wurden gefördert von Aktion Mensch.Gefördert von Aktion Mensch.

Veranstaltet im Rahmen der iQt-Reihe „Wann wird es Gewalt?“ als Teil von Caring for Conflict.

30.09.2018—23:27 h—Arena

Chinwe Nnajiuba: "I won’t be easily intimidated"

Chinwe Pam Nnajiuba aka Juba is a Berlin-based DJ. In this interview she lets us know how she deals with conflict and discrimination whilst empowering herself through music.

Interview: Valerie-Siba Rousparast

Chinwe Nnajiuba (Foto: Valerie-Siba Rousparast)

CfC: You’re originally from the UK with a background in Nigeria. What brings you to Berlin?

Chinwe Nnajiuba: I moved to Berlin because I wanted to escape London. I was living at home with my parents and felt like I needed to spread my wings and capitalise upon this time in my life to be independent. As long as I was in London I didn’t think I could do that.

I think what gave Berlin the edge for me is that it’s relatively close to the UK and affordable. Additionally I had learnt German in school, so I thought it would be the ideal place to improve my German – however Berlin is the worst place for that because everyone insists on talking English.

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29.09.2018—15:49 h—Chinwe Nnajiuba: "I won’t be easily intimidated"

Was wissen wir? Und woher?

Yvonne Delfendahl

Beim KLIRRRRR festival hat mich der Workshop „Gloria Anzaldúas Zeichnungen lesen“ beeindruckt. Er hat mir das Gefühl gegeben hat, dass wir alle etwas anderes wissen und schon durch den bloßen Austausch miteinander viel lernen können. Es war ein sehr gleichberechtigter Austausch, nicht geteilt in Wissende und Lernende, sondern wir waren alle beides zugleich.

Kurz danach habe ich von einem Freund einen Text bekommen „tradição viva“, die portugiesische Übersetzung eines Textes von A. Hampaté Bâ, geschrieben 1971-78. A. Hampaté Bâ war ein malischer Ethnologe (1900-1991). In „tradição viva“ schreibt er über die „mündliche Tradition“ in den Ländern der südlichen Sahara, also die mündliche Überlieferung und Erinnerung von Wissen.

Für mich war das eine spannende Ergänzung zum Workshop, deswegen möchte ich ein paar Gedanken dazu mit euch teilen. Ich bin noch dabei nachzudenken. Das hier ist ein Anfang.

Bild: Yvonne Delfendahl

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02.08.2018—17:39 h—Gloria Anzaldúas Zeichnungen lesen

Some Kind of Nature – Screening und gemeinsames Fabulieren

Mond, humanimal, die Künstler*in Tejal Shah und Friederike Nastold im Gespräch.

Die zeitgenössische, indische Künstler*in Tejal Shah entwirft utopische und zugleich dystopische Welten: Jedes Erkennen läuft ins Leere, vermeintlich bekannte Kategorien geraten ins Wanken: Die Grenzen zwischen Frau* und Mann*, Natur und Mensch, Sonne und Mond verlieren sich in einer poetischen Bilderwelt.

Im Rahmen des KLIRRRRR-festivals wurde das Video „Some kind of nature“ (2015) von Tejal Shah gescreent. Anschließend sind wir über ein assoziatives Fabulieren mit den Protagonist*innen des Videos in ein Gespräch getreten.

Ein Rückblick:

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02.08.2018—15:50 h—KLIRRRRR Festival
NEWS
Caring for Conflict geht online!

Herzlich Willkommen auf unserer Webseite und dem Blog, schaut euch um!